
„Die Immobilienwirtschaft bleibt skeptisch“, überschreibt das Institut der deutschen Wirtschaft Köln e. V. (IW Köln) sein aktuelles Gutachten zum ZIA-IW-Immobilienstimmungsindex (ISI), das im Auftrag des Zentralen Immobilien Ausschuss e. V. ZIA erstellt und am 20. März 2025 veröffentlicht wurde. Und Thomas Daily schreibt am selben Tag dazu, die Immobilienwirtschaft hoffe auf politische Impulse und setze große Erwartungen in den bevorstehenden politischen Wechsel.
Insgesamt blieb die Stimmungslage der Immobilienwirtschaft dem Gutachten zufolge im 1. Quartal 2025 etwa auf dem bereits im vorherigen Quartal erreichten Niveau, wenngleich einige leichte Verschiebungen zu verzeichnen sind. So werde die Geschäftslage nun mit einem Wert von 11,1 und damit um 6,9 Punkten schlechter als im Vorquartal bewertet. Dagegen verbesserten sich die Erwartungen um 6,9 Punkte auf einen Wert von 21,7. Für das Immobilienklima ergab sich mit einem Wert von 16,3 nur ein minimaler Rückgang um 0,1 Punkte im Vergleich zum vierten Quartal 2024. Damals waren die Erwartungen etwas schlechter, die Geschäftslage hingegen etwas besser beurteilt worden. Insgesamt konstatiert das IW Köln, dass die Unternehmen von einer Verbesserung der Lage in den nächsten 12 Monaten ausgehen, dabei jedoch weiterhin skeptisch bleiben. Dies sei angesichts politischer und konjunktureller Unsicherheiten leicht nachvollziehbar. Die Werte für die beiden Teilindikatoren Lage und Erwartungen ergeben sich jeweils aus dem Anteil der positiven abzüglich der negativen Antworten, während das Immobilienklima das geometrische Mittel der beiden genannten Teilindikatoren darstellt.
Im Wohnimmobiliensegment wurde die Geschäftslage mit 24,0 Punkten ungeachtet eines Rückgangs um -9,3 Punkte unter allen Segmenten am besten eingeschätzt. Der Wert für die Erwartungen liegt hier bei 33,7 Punkten – und somit um 12,9 Punkte höher als im Vorquartal – und das Immobilienklima bei 28,8 Punkten (+1,9 Punkte). Daraus ist ein leichter Stimmungsanstieg ersichtlich. Die Kaufpreise seien 2024 nach den Rückgängen in den beiden Vorjahren konstant geblieben, und für 2025 werde mit Steigerungen gerechnet. Die Mieten stiegen infolge des knappen Angebots, was sich entsprechend positiv auf Renditen und Investitionen auswirke.
Im Rahmen einer aktuellen Sonderfrage waren die Befragten um ihre Einschätzungen bezüglich der Themen gebeten worden, die von der neuen Bundesregierung möglichst prioritär angegangen werden sollten. Von 70 Prozent der Befragten – und damit am häufigsten – wurde hier die Vereinfachung von Normen, Bauvorschriften und technischen Vorgaben genannt (70 Prozent). Weitere wichtige Themen waren die schnellere Ausweisung von Bauland in Wachstumsregionen, zinsreduzierte Darlehen als Fördermaßnahmen sowie die Digitalisierung der Behörden.
„Die guten Perspektiven und der leichte Stimmungsanstieg im Wohnimmobiliensegment sind ein wichtiges Signal“, sagt Jacopo Mingazzini, Vorstand von The Grounds. „Damit sich diese Sichtweise verfestigt und demnächst auch in einem Wiederanziehen der Wohnungsbauaktivitäten niederschlägt, muss die neue Bundesregierung die schon seit Längerem immer wieder geforderten Vereinfachungen beim Bauen nun schnellstmöglich auf den Weg bringen. Anderenfalls lässt sich der erhebliche Nachfrageüberhang an den Wohnungsmärkten der großen Metropolen und Ballungsräume nicht abbauen.“